Wer oder was sind eigentlich Stakeholder?

Warum das Stakeholdermanagement eine zentrale Bedeutung für mehr Nachhaltigkeit besitzt.

Das Wort Stakeholder erlangt eine Art Hype, sobald es um Nachhaltigkeit geht, jedoch ist es keinesfalls ausschließlich diesem speziellen Bereich des Managements zuzuschreiben. Ein starker Stakeholderdialog wirkt sich positiv auf alle Berieche unternehmerischer Tätigkeit aus.

Was sind Stakeholder?

Per Definition sind Stakeholder alle Anspruchsgruppen oder -personen an ein Unternehmen, wobei der Begriff auch vermehrt im politischen Zusammenhang Verwendung findet. Anders als Shareholder besitzen Stakeholder jedoch keine rein finanziellen Ansprüche dem Unternehmen gegenüber. Von existenziellen, über räumliche bis hin zu kulturellen Wechselwirkungen kann die Grundlage einer Stakeholderbeziehung reichen. Dabei wird die Auffassung zugrunde gelegt, dass Stakeholder all diejenigen sind, welche die unternehmerische Tätigkeit beeinflussen, oder durch diese beeinflusst werden (Vgl. Freeman, 1984). Dass sich mit dieser Definition zwangsläufig konstatieren lässt, dass wohl ein Vielzahl allein deutscher Unternehmen ad hoc nicht garantieren könnten, alle oder zumindest die meisten dieser Interessengruppen zu kennen, zeigt den Nachholbedarf in diesem Bereich. Doch spätestes bei der, im Nachhaltigkeitsmanagement unumgänglichen, Betrachtung des eigenen Unternehmens aus der Außenperspektive, also der Auswirkungen auf die relevante Umwelt (i.d.S. Umwelt und Gesellschaft), wird die Notwendigkeit dessen deutlich.

Warum besonders die Nachhaltigkeit profitiert.

Auch wenn die meisten Unternehmen gerne den Ansatz verfolgen, zu versuchen soziale oder ökologische Gegebenheiten bestmöglich für die eigene Tätigkeit zu optimieren, funktioniert authentische Nachhaltigkeitsarbeit keineswegs derart einseitig. Um den Blick für das eigene Unternehmen um den Blick auf das eigene Unternehmen zu vervollständigen, ist ein Dialog mit den Anspruchsgruppen unabdingbar. So gerne Unternehmen sich damit brüsten, die Welt aus ihrer Sicht verbessert zu haben, so weltfremd sind oft die Bemühungen. Hier zeigt sich die Relevanz des Stakeholdermanagements, indem alle relevanten Gruppen identifiziert werden, bevor der Dialog am bekannten „großen runden Tisch“ beginnt. Einzig so lässt sich auf verlässliche Art sicherstellen, dass der Entscheidungsprozess zur Optimierung der eigenen unternehmerischen Nachhaltigkeit auf Basis des entscheidungsrelevnten Horizonts stattfinden kann. Ergänzend zur Wichtigkeit weiterer Blickwinkel und Abhängigkeiten rund um das Unternehmen sind die Synergieeffekte, welche sich durch Stakeholderdialoge zwangsläufig ergeben. Gelingt es, gemeinsame Zielvorstellungen zu formulieren, oder mindestens gegenseitige Prioritäten und Zusammenhänge auszutauschen, steigert dieses die Chancen auf eine langfristig gewinnbringende Lösung erheblich. Zudem erleichtert ein stetiger Austausch die Agilität im Entscheidungs- wie auch Umsetzungsprozess, da auf eine aktuelle Informationsbasis zurückgegriffen werden kann, was besonders bei Beschaffungsbezeihungen einen nicht zu vernachlässigenden Wettbewerbsvorteil darstellt. Studien belegen, dass die Berücksichtigungen der Anliegen von Interessensgruppen jenseits der eigenen Shareholder einen signifikant positiven Einfluss auf den Unternehmenserfolg haben kann, sodass hier einerseits Synergieeffekte, andererseits aber auch ein generell wertschaffender Einfluss von Nachhaltigkeitsmanagement zu dokumentieren scheint.

Auch kann das eigene Innovationspotenzial erheblich vom ständigen Dialog profitieren, da anzunehmen ist, dass gerade im technologischen Bereich heutzutage immer eine Komponentenlösung den Fortschritt bedingt. Doch auch in Krisenzeiten verspricht ein positiver Dialog Sicherheit, Wissen und demnach Handlungsmöglichkeiten zur verbesserten Bewältigung, was uns nicht zuletzt durch die aktuelle Corona-Krise mehr als deutlich präsentiert wurde, wo sich besonders ein starker Dialog mit Arbeitnehmern, Zulieferin sowie der Regierung als Vorteil zur Wahrung der Gesundheit und Sicherung der Existenz gezeigt hat.

Nur wer einerseits all seine Stakeholder identifiziert und andererseits einen Dialog startet, hat die Chance, seine Nachhaltigkeitsarbeit gewinnbringend für das eigene Unternehmen, aber auch authentisch für die Gesellschaft einzusetzen.

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